Nahrung ist Medizin

Ein historischer Exkurs/Auszug

Vor etwa 4000 Jahren, in der Shang-Dynastie, begannen die Menschen in China, ihre Mahlzeiten nicht mehr nur als „Nahrung“ zu betrachten, sondern als Mittel zur Heilung und als Notwendigkeit zur Erhaltung der Gesundheit, indem sie die Zutaten für jede Mahlzeit sorgfältig nach ihrem körperlichen und energetischen „Zustand“ und ihren Bedürfnissen auswählten. Das bedeutet, dass alle Mahlzeiten individuell für jede Person entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen zubereitet wurden. Wenn Sie wissen, wie Menschen in der chinesischen Kultur essen (mit mindestens fünf Gerichten pro Mahlzeit), können Sie sich vorstellen, was das bedeutet.

Diese Praxis und Sichtweise auf Lebensmittel ist dem taoistischen Meister Yi Yin zu verdanken.

Er war zu dieser Zeit Premierminister, Koch des Kaisers und vor allem wohl der Vater der chinesischen Kräutermedizin, da er die grundlegenden Prinzipien für die Kräutermedizin-Rezepte entwickelte und das „Tang Ye Jing Fa“ verfasste, das die Grundlage für die heutige „Bibel“ der chinesischen Kräutermedizin „Shang Han Lun“ (Zhang Zhong Jing, 150–219 n. Chr.) bildet.

Als einer der 12 renommiertesten und einflussreichsten taoistischen Meister des alten China war er nicht nur ein großartiger Koch, sondern auch ein großartiger Arzt. Es waren seine Lehren und seine Art, die Mahlzeiten des Kaisers zu servieren, die diese Tradition zum Leben erweckten und die Idee, dass Lebensmittel bei richtiger Zubereitung Medizin sind, tief in der chinesischen Kultur und ihrer Heilphilosophie verankerten.

Die Grundprinzipien

In dieser „Naturmedizin“, die in der alten Philosophie und Weisheit des Taoismus und der chinesischen Kultur im Allgemeinen verwurzelt ist, sind zwei Hauptpfeiler der chinesischen Medizin einerseits die Energien in der Natur und ihre Wechselbeziehung mit denen des menschlichen Körpers und andererseits die Einflüsse unseres emotionalen und körperlichen Zustands auf die Gesundheit.

Wenn wir uns in diesem Abschnitt auf die Ernährung konzentrieren und das oben Gesagte in einen Zusammenhang bringen, ist das erste und einfachste Prinzip hier, dass wir alle jeden Tag essen müssen, um zu leben und uns zu erhalten, und dass das, was wir essen, ein entscheidender Faktor für unsere Gesundheit ist und daher Nahrung Medizin sein kann. In Übereinstimmung damit bedeutet ein guter Koch in der Tradition der chinesischen Kultur zu sein auch, zu wissen, wie man heilt und die Gesundheit erhält, indem man weiß, was und wie man isst.

 

Dabei kommt es nicht unbedingt auf den materiellen Aspekt der Lebensmittel an, die wir essen, sondern vor allem auf ihren energetischen Zustand.

Um dies verständlich zu machen, betrachten wir es aus einer breiteren Perspektive. Zurück zum Aspekt der Energien in der Natur: Ein grundlegendes Prinzip hierbei ist, dass es in unserem Körper verschiedene Energien gibt, die im Gleichgewicht sein müssen, und dass es in den verschiedenen natürlichen Ressourcen unterschiedliche Energien gibt – mit anderen Worten, eine Birne hat eine andere Energie als eine Blaubeere, wobei es in diesem Zusammenhang nicht um die Materie, die Vitamine oder ähnliches geht. Stattdessen geht es darum, diese Lebensmittel mit ihren spezifischen Energien als „Medium” zu nutzen, um die Energien in unserem Körper auszugleichen oder zu verstärken. Aus diesem Grund benötigen Sie entsprechend Ihrem individuellen Energiezustand eine individuelle Kombination von „Lebensmitteln”, die Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht, um Ihr System zu nähren und zu harmonisieren.

Um diese richtigen Kombinationen und Ernährungsbedürfnisse für eine gesunde und ausgewogene Ernährung nach der chinesischen Medizin zu bestimmen, gibt es Prinzipien der saisonalen, lokalen und thermischen Eigenschaften als Leitfaden.

Mit der heutigen Technologie und Globalisierung spielen in den entwickelten Teilen der Welt weder die Jahreszeit noch die Region eine Rolle mehr in unserer Ernährung. Die Menschen werden dazu angehalten, die „nach moderner Wissenschaft nährstoffreichsten Produkte“ zu sich zu nehmen, ohne zu wissen, ob ihr Körper die Nährstoffe dieser Lebensmittel, die von weit her kommen, wirklich verarbeiten und aufnehmen kann. – Eine chinesische Metapher sagt: „Eine Birne braucht ihre Umgebung/Energie, um eine Birne zu werden und keine Traube!“ Ich behaupte nicht, dass Nährstoffe, Vitamine und alle materiellen Bestandteile keine Rolle in unserer Ernährung spielen; diese Aspekte sind jedoch nur die halbe Wahrheit, und für eine vollständig ausgewogene, nahrhafte Mahlzeit ist die andere Hälfte der Wahrheit von entscheidender Bedeutung.

Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen und/oder Vorschläge zu Ihrer Ernährung nach TCM/CCM erhalten möchten, können Sie gerne einen Beratungstermin vereinbaren.

Termin vereinbaren